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Forex Chartanalyse

Forex ChartanalyseEs gibt die beiden Möglichkeiten, den Chart nach der reinen Preisdarstellung und mithilfe von technischen Indikatoren zu analysieren. Im Forexhandel ist bedeutsam, dass diese Indikatoren vielfach für die Analyse von Aktiencharts entwickelt wurden. Aktien verhalten sich aber anders als Forexwerte: Sie sollten grundsätzlich tendieren, während Forexwerte schwingen. Dementsprechend legen Indikatoren für Aktien häufig Eröffnungs- und/oder Schlusskurse über längere Zeiträume von bis zu 24 Tagen zugrunde (ein Börsenmonat).

Ein Währungspaar zweier Majors tendiert aber nur selten über einen Monat. So etwas gibt es natürlich, es ist aber nicht die Regel. Dennoch können Sie diese Indikatoren, die teilweise auch für kurze Zeiträume funktionieren (aber fast nie für den Intraday-Chart), manchmal auch für die Forex anwenden. In einem anderen Beitrag gehen wir näher darauf ein. Lassen Sie uns zunächst die Preischarts anschauen. Diese stellen in unterschiedlichen Darstellungsvarianten allein die Kursentwicklung dar. Man kann danach handeln, manche Trader richten sich ausschließlich danach. Einzelne Darstellungsformen sind:

  • Linie oder Mountain: Der Kurs erscheint als Linie. Er ist beim Mountain anders geglättet als bei der Linie, doch im Normalfall sehen Sie hier kaum einen Unterschied.
  • Candlestick: Die Kerze stellt für eine bestimmten Zeitraum den Eröffnungs- und Schlusskurs sowie das Hoch und das Tief dar. Sie ist je nach Trend innerhalb dieses Zeitraums bullish (grün oder weiß) oder bearish (rot oder schwarz) gefärbt. Ihr Vorteil besteht unter anderem darin, dass sie das hauptsächliche Handelsgeschehen zwischen Eröffnung und Schluss im Kerzenkörper, einzelne Spikes aber als obere und/oder untere vertikale Linie darstellt – die auch entfallen kann, wenn etwa die Eröffnung gleichzeitig das Hoch der betreffenden Zeiteinheit war. Candlesticks wurden in Japan schon im 18. Jahrhundert entwickelt.
  • OHLC: Dieser Charttyp ist eine vertikale Linie, die dementsprechend das Hoch und Tief zeigt, mit zwei horizontalen Linien links und rechts für die Eröffnung und den Schlusskurs. Das Kürzel bedeutet „Open-High-Low-Close“. Im Prinzip ist ein OHLC (fast) so aussagekräftig wie eine Candle und dabei wegen der schlanken Darstellung übersichtlicher.
  • Barchart: Hierbei handelt es sich nur um eine bullish oder bearish gefärbte vertikale Linie. Das ist weniger aussagekräftig, weil der Eröffnungs- und der Schlusskurs fehlen, doch für das Scalping, das Darstellungen im Sekundenbereich benötigt, übersichtlicher. Wer mit Barcharts handelt, betrachtet nur die Highs und Lows sowie eine Folge von Stäben. Wenn diese steigt und dabei einheitlich gefärbt ist, tendiert der Kurs nach oben (und umgekehrt).
  • Point & Figure: Hier zeigen bullishe Kreuze und bearishe Kreise die Entwicklung an. Nur wenige Trader handeln danach. Für das Forextrading ist diese Darstellung kaum geeignet.
  • Heikin Ashi: Diese Kerzen sehen klassischen Candles sehr ähnlich, werden aber anders berechnet und stellen daher den Kurs deutlich glatter dar.
  • Candle-Volume- und Equivolume-Charts: Diese Darstellungen beziehen das Handelsvolumen durch die Darstellung mehr oder weniger breiter Kerzen mit ein.

Es gibt noch mehr Chartdarstellungen. Weitgehend etabliert haben sich der Mountain-, der Candlestick- und der OHLC-Chart. Ein wenig verwundert es, dass die Volume-Candles (oder Equivolume-Candles) nicht mehr Anhänger finden, denn eigentlich ist es eine bestechende Idee, das doch so wichtige Handelsvolumen mit der Kerzenbreite darzustellen. Doch offenkundig ist das den meisten Tradern etwas zu viel. Sie müssen als Trader für sich entscheiden, welche Darstellung Ihnen am besten gefällt. Es geht darum, dass jeder Mensch visuelle Muster auf eine bestimmte Weise rezipiert. Immerhin wollen Sie beim Handeln in Sekunden Entscheidungen fällen. Die Chartdarstellung liefert Ihnen auf den sprichwörtlichen ersten Blick die Basis dafür.

Technische Indikatoren

In einem anderen Beitrag gehen wir detailliert auf den Forexhandel mit technischen Indikatoren ein. Sie können diese nutzen, wenn Sie die obige Anmerkung im Hinterkopf behalten: Viele dieser Indikatoren wurden explizit für den Aktienhandel entwickelt. Wir zählen an dieser Stelle nur einige dieser Indikatoren auf (es gibt ~200 – 300):

  • gleitende Durchschnitte (SMA und EMA)
  • Bollingerbänder
  • Keltner Channel
  • MACD
  • Stochastik
  • RSI
  • CCI
  • ADX
  • Donchian Channel
  • OBV

Forexhandel nach Chartmustern

Chartmuster sollten Sie kennen. Sie können auch nur danach handeln. Dennoch gibt es viele Trader, den Handel nach Chartformationen mit dem Handel nach Indikatoren verknüpfen. An dieser Stelle schauen wir uns aber nur die Aussagekraft bestimmter Chartmuster an. Diese unterteilen sich in je nach Marktgeschehen in bestimmte Kategorien.

Konsolidierungsformationen

Diese Formationen verweisen auf eine Pause im Kursgeschehen. Sie können so aussehen:

  • Flagge: In diesem „Mini-Abwärtstrendkanal“ tendiert der Kurs nach einem Aufwärtsimpuls für wenige Stäbe nach unten, weil die Anleger Gewinne mitnehmen. Am Ende setzt sich meistens der Aufwärtskurs fort. Setzen Sie ein Kaufstopp über die Flagge und ziehen Sie ihn nach unten, um beim nächsten Aufwärtsimpuls eingestoppt zu werden.
  • Wimpel: Das Muster bildet sich etwas anders aus die Flagge, wird aber ebenfalls in der Regel in Richtung des vorherigen Trends verlassen.
  • Rechteck oder Range: Diese Formation wird in eine von beiden Richtungen verlassen – welche, wissen wir nicht. Setzen Sie auf beiden Seiten Kaufstopps für beide Richtungen.
  • Dreiecke und Keile: Das sind umgekehrte Wimpel, bei denen die Trendfortsetzung unklar ist. Positionieren Sie sich in beide Richtungen, wenn das Dreieck seine Spitze erreicht. Der Keil unterscheidet sich davon dadurch, das er oben oder unten eine waagerechte Linie hat.

Trendwendeformationen

Diese interessanten Formationen weisen auf eine bevorstehende Trendwende hin:

  • Doppeltops und Doppeltiefs: Der Kurs bildet oben oder unten zwei Spikes aus, die praktisch auf einer Linie liegen (Abweichung höchstens 1 – 2 Pips). Bei einem Durchbrechen setzt sich der Trend fort, doch viel häufiger prallt der Kurs von der Linie ab, was die Trendwende einläutet.
  • Schulter-Kopf-Schulter (SKS): Das Muster, des es auch invers gibt, sieht so aus, wie es heißt. Es wird oft mit dem Durchbrechen der rechten Nackenlinie nach unten vollendet, was die Trendwende einläutet (bei der inversen SKS nach oben).
  • V-Formation: Auch dieses Bild ist unverkennbar und kann zu einem mächtigen Reversal führen.
  • Rounding Bottom (Untertasse), auch als Rounding Top: Das sehr geschwungene und dementsprechend langsam verlaufende Muster weist auf eine nachlassende Trendaktivität bis zur Trendwende hin.

Trendfortsetzung

Wenn Sie mehrere Stäbe in eine Richtung und 1-2-3-Formationen entdecken, wird sich der Trend fortsetzen. Bei der 1-2-3-Formation schlägt der Kurs zwar zurück, aber nicht unter seinen Ausgangspunkt, sondern immer ein Stück höher. Dann bewegt er sich wieder in Trendrichtung. Diese Muster sind im Forexbereich selten zu entdecken, weil sich hier kaum Trends etablieren. Die dominierenden Swings hingegen zeigen ein Trendwendemuster nach dem nächsten.

Wie sicher sind Chartmuster und Indikatoren?

Sie sind nicht todsicher. So etwas gibt es an der Börse nicht. Sie müssen diese technischen Mittel kennen und sollten sie nutzen, müssen aber Ihre Position immer mit einem Stopploss absichern.