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Einstieg in das Forextrading – Ein Überblick!

Einstieg in das Forextrading
Wer in das Forextrading einsteigt, hat sich zuvor generell für das Trading entschieden und sich nun verschiedene Märkte angeschaut. Die erste, grundlegende Frage lautete dabei:

Warum überhaupt traden?

Trading verschafft Ihnen finanzielle Unabhängigkeit. Es ist allerdings nicht einfach, das müssen Sie vorab wissen. Wenn es einfach wäre, würde es jedermann durchführen – nicht nur Personen, sondern auch Institutionen mit Geldbedarf. In der Tat handeln auch Banken, Unternehmen und sogar Kommunen an den Börsen, doch auch sie sind – genauso wie private Trader – dabei nicht immer erfolgreich. Grundsätzlich benötigt erfolgreiches Trading drei Basics:

  • Kapital
  • Zeitressourcen
  • Know-how

Viele private Trader scheitern an ihren Zeitressourcen. Dieser Aspekt wird nämlich am meisten unterschätzt. Etwas Kapital haben sehr viele Menschen zur Verfügung (es genügen für den Einstieg rund 2.000 bis 4.000 Euro je nach Strategie), das Know-how steht heutzutage kostenlos zur Verfügung. Doch die Märkte müssen auch beobachtet werden. Und so einfach es klingt, doch mal eben auf dem Smartphone oder am Bürorechner nach den Kursen zu schauen: Die Gefahr, dass Sie just in dem Moment nicht hinschauen, an dem es eine entscheidende Kursbewegung gibt, ist sehr hoch. Wenn Sie diese verpassen, wurde wahrscheinlich Ihre Position eingestoppt, für die Sie vorab einen Kaufstopp gesetzt hatten. Während Sie immer noch ein wichtiges berufliches Telefonat führen oder sogar am Rechner eine andere Aufgabe erledigen und nun einfach mal 15 Minuten lang nicht einen Tab weiter auf den Börsenkurs klicken – daher auch keinen Stopploss platzieren –, dreht der Kurs wieder. Jetzt wird Ihre eingebuchte Position ausgeknockt. Sie haben Geld verloren, weil Sie 15 Minuten lang mit etwas anderem beschäftigt waren. Sie können sich gegen solche Ereignisse hedgen, das erfordert aber viel Umsicht. Daher sollten Sie die Frage, warum Sie traden, mit der Frage verknüpfen: Können Sie sich das leisten? Wenn ja: Mit welcher Strategie gehen Sie vor? Ist Daytrading für Sie die richtige Variante? Glauben Sie, dass Sie durch Trading schnell genug so unabhängig werden, dass Sie Ihren Job kündigen können? Sie können das testen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Erwerben Sie Know-how. Belesen Sie sich einige Wochen lang zum Trading und schauen Sie sich dabei immer wieder die Börsenkurse an. Für das grundlegende Know-how genügen einige Wochen. Sie lernen nie aus, doch Trading ist keine Raketenwissenschaft. Ob ein Kurs steigt oder fällt, sieht ein Kind. Dass man sich mit einem Stopploss absichert, sagt Ihnen Ihr gesunder Menschenverstand. Wie man beim Broker eine Position einbucht, lernen sie in rund 60 Sekunden.
  • Probieren Sie während Ihrer beruflichen Tätigkeit Positionstrading mit einem virtuellen Konto aus. Dieses virtuelle Konto bietet Ihnen so gut wie jeder Broker als kostenloses Demokonto an, Sie können sich auch selbst eine Datei einrichten. Positionstrading bedeutet, dass Sie Ihre Positionen nur einmal am Tag anschauen. Wählen Sie entweder die Zeit nach 22.00 h oder die Zeit vor 08.00 h.
  • Wenn Sie eine Woche Urlaub haben, probieren Sie Daytrading aus. Dabei beobachten Sie tagsüber die Kurse. Überprüfen Sie, wie Sie sich fühlen, wenn stundenlang mit Ihrem Kurs nichts passiert. Es könnte sein, dass es Ihnen um diese Zeit viel zu schade ist. Dieses Empfinden haben 99,99999 % aller vernünftigen, normalerweise sinnvoll beschäftigten Menschen. Es gibt aber Trader, denen es nichts ausmacht, einer unbewegten Kurve zuzuschauen, nur um den Einstieg nicht zu verpassen.
  • Wenn Sie tagsüber während Ihrer beruflichen Tätigkeit die Möglichkeit haben, immer wieder auf die Kurse zu schauen, probieren Sie auch das temporär aus. Sie werden feststellen, dass plötzlich fürchterlicher Stress entsteht. Aber vielleicht kommen Sie damit zurecht.
  • Sobald Sie feststellen, dass Sie mit Ihrer virtuellen Strategie Gewinne erzielen könnten, melden Sie sich bei einem Broker an und traden Sie ein wenig mit echtem Geld. Beobachten Sie dabei ganz genau, wie Sie sich mit echtem Geld verhalten. Schauen Sie nun häufiger oder seltener auf Ihre Positionen? Ziehen Sie die Stopps enger nach, steigen Sie eher bei einem kleinen Gewinn aus? Oder sitzen Sie im Gegenteil große Kursrückschläge aus, bis Sie tatsächlich ausgeknockt werden? Machen Sie sich zu Ihrem Verhalten mit echtem Geld Notizen. Es ist essenziell. An diesem Verhalten werden Sie auch in Jahrzehnten nichts ändern. Merken Sie sich diesen Punkt!
  • Führen Sie nun Ihr virtuelles Trading fort, bis Sie feststellen, dass Sie eine nachhaltige Forex Strategie für Gewinne entwickelt haben. Handeln Sie virtuell genau so, wie Sie es mit echtem Geld getan haben. Nehmen Sie auch immer wieder etwas echtes Geld in die Hand, um Ihr Verhalten zu überprüfen. Kalkulieren Sie dabei anfängliche Verluste ein. Das ist Ihr Lehrgeld.
  • Nun entscheiden Sie, auf welche Weise Sie mit Echtgeld traden.

Warum Forextrading?

Wenn Sie nun entschlossen sind, als Trader zu agieren, fragt es sich, warum Sie sich für das Forextrading entscheiden sollten. Immerhin gibt es auch Aktien-, Index-, Rohstoff- und ETF-Trading. Nun, die Forex hat zwei Besonderheiten, die sie wirklich interessant machen:

  • #1: Es erfolgt ab der Nacht von Sonntag zu Montag bis zur Nacht von Freitag zu Samstag eine permanente Kursstellung. Das ist bei den meisten Aktien und Indizes nicht der Fall, allerdings auch beim Gold und meistens beim Öl. Kryptowährungen werden auch am Wochenende rund um die Uhr gehandelt, also 24/7/365.
  • #2: Die Volatilität – Voraussetzung für das Trading mit Derivaten – ist an der Forex mit ihren zahllosen Währungspaaren immer irgendwo gegeben. Bei Aktien, Rohstoffen und Indizes können sich die Kurse über viele Tage in einer engen Range bewegen. Das können Sie nicht handeln.

Forextrading: Auswahl der Möglichkeiten

Sie müssen sich beim Forex Handel zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden. Diese betreffen:

  • Wahl der präferierten Währungspaare
  • Wahl des Handelsinstruments
  • Wahl des Brokers

Bei den Währungspaaren können Sie sich auf wenige Majors fokussieren, so zum Beispiel den EUR/USD, den GBP/USD, den EUR/JPY, den EUR/CHF, den EUR/GBP oder den USD/JPY. Es genügen zwei bis drei dieser Paare. Sie können aber auch sehr viele Währungen wählen und dabei Minors und Exoten mit ins Programm nehmen, bei denen es manchmal sehr interessante Kursentwicklungen gibt. Bei den Handelsinstrumenten können Sie sich für CFDs entscheiden, die Ihnen ein Broker als Market Maker anbietet (er stellt damit die Kurse!), Sie können auch börslich gehandelte Knock-outs oder Optionsscheine wählen. Beim Broker können Sie sich für einen Discounter mit geringsten Gebühren oder einen Premiumanbieter mit viel Support, aber meistens etwas höheren Gebühren entscheiden. Es muss ausdrücklich nicht der Broker Ihrer Hausbank sein. Am meisten sind CFD-Broker auf den Forexhandel spezialisiert. Die CFDs unterliegen allerdings seit 2018 einer Hebelbeschränkung. Sie können dennoch profitabel handeln, doch bei Knock-outs sind weitaus größere Hebel möglich. Außerdem werden Orders für Knock-outs börslich platziert. Das bedeutet: Wenn Ihr Broker technisch ausfallen sollte, macht das nichts.

Wie funktionierten die genannten Handelsinstrumente?

Knock-outs, CFDs und Optionsscheine sind gehebelte Derivate. Wenn sich also bei einem Hebel von 1:100 der Kurs des Währungspaares um 1 % bewegt, ändert sich der Kurs Ihres Derivats um 100 %. Das ist gewinnträchtig und riskant zugleich. Gehebelte Derivate können Sie mit sehr wenig Geld einbuchen – 100 Euro pro Position, wenn Sie wünschen auch 50 oder 20 Euro (dann verdienen Sie aber Ihre Gebühren nur bei wirklich großen Kursbewegungen). Seit 2018 sind die CFD-Hebel beim Forextrading für private Trader auf 30:1 begrenzt, weil die ESMA (European Securities and Markets Authority, Europäische Finanzaufsicht) die höheren Hebel für Privattrader als zu riskant betrachtete. Diese Beschränkung gibt es bei Knock-outs und Optionsscheinen bislang nicht.

Was bedeutet die Risikowarnung von Brokern „78 % aller Trader verlieren?“

Im Jahr 2018 hat die ESMA verschiedene Beschränkungen für private Trader erlassen, nachdem sie zuvor in Europa rund 15.000 Marktteilnehmer (Emittenten von Wertpapieren, Banken, Forex Broker, institutionelle und private Anleger) nach ihren Gewinnen beim Trading befragt hatte. Sie ermittelte dabei einen Prozentsatz von über 70 % aller Privattrader, die auf ihren Tradingkonten per saldo (insgesamt und langfristig) Geld verlieren. Die ESMA machte hierfür bestimmte Handelsinstrumente und ihre Eigenschaften (unter anderem hohe CFD-Hebel) sowie die mangelhafte Aufklärung durch die Broker verantwortlich. Daraufhin verbot sie binäre Optionen, schränkte die Hebel von CFDs für private Trader ein und verpflichtete die Broker zu diesem Warnhinweis. Dieser stimmt zwar insgesamt, doch es gibt einige Trader, die durchaus gute Gewinne erzielen. Die Verlierer handeln oft nur gelegentlich und halbherzig, daher verlieren sie. Ihre Verluste sind aber nur selten existenzgefährdend.